Spieltechnisch verbessert und trotzdem ohne mentale Stärke

Die 0:3-Niederlage (22:25, 22:25, 16:25) gegen den VC Lahnstein hat für die Germersheimer Oberliga-Volleyballer trotzdem einen Fortschritt gebracht. In der spieltechnischen Leistung haben sie sich verbessert. Die mentale Stärke lässt aber nach wie vor zu wünschen übrig. Das dürfte wohl auch zuletzt an dem niedrigen Durchschnittsalter und somit auch fehlender Erfahrung liegen.

0:3, 1:9, 5:14 – schlechter hätte das Match nicht beginnen können. Dann starteten die Germersheimer aber endlich mal ihren Motor und konnten Punkt für Punkt aufholen. Lahnstein war scheinbar etwas beeindruckt. Beim Zwischenstand von 16:18 schien eine Wende im Satz möglich zu sein, doch die größere Erfahrung und Abgeklärtheit auf Seiten der Gäste ließ das Pendel wieder auf deren Seite ausschlagen. Man konnte bereits in dieser Phase feststellen, dass Lahnstein mit einer wohl mehr als doppelt so großen Erfahrung an Spieljahren einen entsprechenden Vorteil hatte, der immer wieder Punkte einbrachte. Auch wenn die Gastgeber nochmal alles in die Waagschale warfen, brachten die Gäste den Satz souverän nach Hause. Sowohl Team als auch Fans spürten aber, dass durchaus mehr drin ist. Lahnstein hatte keine Wechseloptionen, da sie nur mit 6 Spielern angereist waren. Germersheim wollte dies nutzen und setzte die Gäste in Satz 2 mit guten Aufschlägen und gutem Angriffsspiel unter Druck. Punkt für Punkt setzte man sich ab und hatte bei 21:17 einen komfortablen Vorsprung, der unter normalen Umständen zum Satzgewinn reichen sollte. Was dann aber geschah, muss man wohl unter der Kategorie „mentaler Totaleinbruch“ abhaken. Lahnstein zeigte, dass sie auch bei Rückständen nicht aufgeben und kam Punkt um Punkt heran. Auf Germersheimer Seite ließen die Spieler viel zu schnell die Köpfe hängen und waren zu sehr von der Aufholjagd der Gäste beeindruckt. Wenn dann auch von den Auswechselspielern keine Anfeuerung mehr kommt und auch Auszeiten viel zu spät genommen werden und das Team selbst nicht in der Lage ist, mentale Stärke nach dem Motto „Kopf hoch und Brust raus“ zu zeigen, dann kommt eins zum anderen und man kassiert die entscheidenden Punkte zum Satzverlust. Dieser Einbruch hinterließ in den Köpfen der jungen Spieler Spuren, denn im 3. Durchgang war die Gegenwehr spürbar gebrochen. Lahnstein musste sich nicht mehr sonderlich bemühen und konnte mit einer normalen Leistung das Spiel gewinnen.
Auch wenn die Germersheimer Spieler sich in ihrer spielerischen Leistung gegenüber dem Saisonauftakt verbessert haben, so müssen sie sich nach wie vor ankreiden lassen, dass sie sich in entscheidenden Situationen nicht genug motivieren konnten. Hier wird Trainerin Karin Träber in Zukunft auch ansetzen müssen, um ihrem Team den nötigen Biss in engen Spielsituationen einimpfen zu können. Aber auch die erfahreneren Spieler im Team müssen hier die jüngsten Spieler motivieren und antreiben. Ein gutes Beispiel hierfür lieferte Libero Kevin Peter ab, der – obwohl er zu den jünsten Spielern gehört – immer wieder seine Motivation und Freude auf dem Spielfeld gezeigt hat.