Ergebnisse vom 26./27.11.2016

Während die Herren 1 und Damen 2 erfolgreich waren, mussten sich die Damen 1 am Wochenende auswärts geschlagen geben. Die Herren 2 haben ihr Spiel beim ASV Landau II kurzfristig aufgrund von mehreren erkrankten Spielern verlegt. Ein neuer Termin wird noch bestimmt.

Belastungstest im Hexenkessel erfolgreich bestanden

Mit einem 3:0-Erfolg (25:23, 26:24, 25:21) gegen die SSG Etzbach kehrten die sichtlich zufriedenen Germersheimer Oberliga-Volleyballer aus dem Westerwald zurück. Dabei haben sie erfolgreich den von negativen Emotionen getragenen Hexenkessel bei der längsten Auswärtssfahrt der Saison überlebt.

Nach knapp 3 Stunden Anreise an die nördliche Grenze von Rheinland-Pfalz mussten erst mal die Knochen und Gelenke wieder in Schwung gebracht werden. Entsprechend holprig war der Start im 1. Satz. Nach einer 0:4-Serie berappelte man sich und konnte zur Satzmitte erstmals in Führung gehen. Etzbach hielt mit aller Macht dagegen, wollten sie doch endlich ihre Negativserie ohne einen Sieg beenden. Bei eigener 22:19-Führung schien zumindest der 2. Satzgewinn der Saison für die Gastgeber möglich. Doch die dann stabile Annahme und Feldabwehr der Germersheimer sorgte für ein besseres und druckvolleres Angriffsspiel. Der Satz wurde noch – wenn auch knapp – gedreht. Wer meinte, dass die Motivation bei den Gästen aber nun nach oben schnellte, sah sich getäuscht. Etzbach spielte druckvoll und nutzte insgesamt die Germersheimer Schwächen an diesem Tag aus. Zu viele Eigenfehler auf Germersheimer Seite in nahezu allen Spielelementen brachten die Gastgeber mit 7:3 in Führung. Doch dann passierte Teil 1 der Etzbacher „Selbstzerstückelung“. Nach mehrmaliger Ermahnung des Schiedsgerichts gab es für einen Spieler der Gastgeber die gelbe Karte. Dies hatte zwar nur eine Verwarnung zur Folge, zeigte aber bereits zu diesem Zeitpunkt, wie emotional geladen die Gastgeber waren. Aber auch auf den Zuschauerrängen gab es – leider auch im negativen Sinne – viele Emotionen, die sich auch immer wieder gegen die Schiedsrichter richteten. Nachdem die Germersheimer Eigenquote sich anschließend senkte, entwickelte sich ein ausgeglichener Satz. Durch 2 taktische kluge Wechsel (Nils Weber für Dominik Betsch im Zuspiel und Simon Hoffmann für Michael Hacker im Mittelblock) konnten die Germersheimer nach dem 19:19 davon ziehen und standen bei eigener 24:21-Führung kurz vor der 2:0-Satzführung. Am Ende wurde es in der Satzverlängerung zwar noch mal eng, jedoch ließ sich das Team die Chance nicht mehr nehmen. Nun war man absolut gewillt den Sack zu zu machen und startete mit einer guten 7:4-Führung in das erste Satzdrittel. Doch nach einer Aufschlagserie war Etzbach wieder dran und versuchte, das Spiel weiterhin offen zu gestalten. Bei Germersheimer 21:20-Führung waren die Gastgeber dann letztmalig nah am Ausgleich, brachten sich mit Teil 2 der „Selbstzerstückelung“ aber um alle Chancen. Bei 22:20-Führung der Gäste kassierte Etzbachs Trainer Hans-Jürgen Schröder – er hatte erst unter der Woche das Traineramt vom geschassten Fred Theis wieder übernommen – eine rote Karte, die einen automatischen Punktgewinn für die Germersheimer zu Folge hatte. Der Rest war dann quasi nur noch Formsache.

Germersheims Mittelblocker Christoph Wanner sprach im Nachhinein von einem ausgeglichenem, aber auch hoch emotionalen Spiel: „Wir haben uns heute mit einer geschlossenen Teamleistung präsentiert während Etzbach ihr Angriffsspiel auf 2 Spieler ausgerichtet hat, die wir relativ gut im Griff hatten. Das war heute unser großer Vorteil. Nur unsere Leichtsinnsfehler müssen wir abstellen.“ Zu bedenken gibt aber das Verhalten mancher Fans auch noch weit nach dem Spiel gegenüber den Schiedsrichtern. Während Volleyballer und deren Fans im Vergleich zu anderen Sportarten als friedlich gelten, zeigte sich dank einiger Beschimpfungen gegen die Schiedsrichter das eher hässliche Gesicht sogenannter „Fans“.

Es wäre mehr drin gewesen

Zum ersten Mal in dieser Saison haben die Germersheimer Oberliga-Volleyballerinnen eine Niederlage kassiert, bei der auch mehr drin gewesen wäre. Mit 1:3 (25:20, 23:25, 18:25, 16:25) mussten sie sich beim TV Quierschied geschlagen geben und zeigten dabei mit zunehmender Spieldauer eine absteigende Leistungskurve.

Der 1. Satz verlief noch durchaus positiv. Druckvolle Aufschläge machten es den saarländischen Gastgeberinnen schwer, das eigene Angriffsspiel variabel aufzubauen. Gute Blockarbeit auf Germersheimer Seite trug ebenfalls zum Satzgewinn bei. Vor allem die längeren Ballwechsel konnten die Gäste in dieser Phase für sich entscheiden. Quierschied zeigte aber mit einer kleinen Aufholjagd am Ende dieses Durchgangs, dass sie steigerungsfähig sind. Genau dies bewiesen sie im 2. Satz. Vor allem im Block und Angriff konnten sich die Gastgeberinnen steigern und nutzten dabei die Fehler der Germersheimerinnen aus. Diese leisten sich ab Satzmitte zu viele Fehler im Angriff und ließen in der Bewegungsbereitschaft in der Abwehr deutlich nach. Auch im Angriff wurden zu wenig direkte Punkte erzielt. Der knappe Satzverlust hatte dann wohl Spuren in den Germersheimer Köpfen hinterlassen. Mit zunehmender Spieldauer wurde vor allem die Annahme- und Abwehrleistung immer schlechter. Hinzu kam fehlende Kommunikation untereinander und zu viele Leichtsinnsfehler. Da erscheint es fast logisch, dass Quierschied die Sätze 3 und 4 relativ deutlich für sich entscheiden konnte. Alles in allem wäre in dem Spiel mit der zuletzt gezeigten Leistung mehr drin gewesen. Dies erkannte auch Libera Laura Troubal selbstkritisch: „Wir haben heute insgesamt nicht die Leistung gebracht, zu der wir fähig sind.“

 

Unerwarteter sensationeller Erfolg

„Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey hey“ schallte es nach dem Spiel durch die Landauer Berufsschulhalle. Kurz zuvor hatte „Team Toine“ – besser bekannt als Damen 2 – den Top-Favoriten und letztjährigen Meister ASV Landau II unerwartet deutlich mit 3:0 (25:14, 25:20, 25:23) geschlagen und sich damit erstmal an der Tabellenspitze festgesetzt.

Auch wenn die jungen Damen von Trainer Arthur Eisen bis in die Haarspitzen motiviert waren, so gingen sie doch mit dem nötigen Respekt an die Aufgabe gegen den Favoriten, der beide bisherigen Saisonspiele souverän gewonnen hatte. Dass man am Ende so klar gewinnen würde, hätte keiner erwartet. Trotzdem war der Sieg hochverdient. Im 1. Durchgang sorgte Aleyna Yilmaz mit guten Aufschlägen bereits früh für zahlreiche Punkte. Nach so einem deutlichen 1. Satzgewinn hätte man eine deutlich erhöhte Gegenwehr der Gastgeberinnen erwartet, doch am Ende war vor allem gegen die wuchtigen Angriffsschläge von Arlinda Dakaj oft kein Kraut gewachsen. Dank einer tollen Abwehrleistung konnten aber auch die anderen Angreiferinnen immer wieder gekonnt in Szene gesetzt werden. Landau verzweifelte immer wieder an der Germersheimer Abwehrwand.

Der 3. Satz war auf Germersheimer Seite spielerisch gesehen etwas schwächer. Lange musste man einem Rückstand hinterher laufen, gab sich aber nie auf. Motiviert von immer wieder kehrenden kleinen Erfolgspunkten holte man sukzessive auf. Beim 23:23 sorgte dann Isabela Sivenkov mit 2 starken Aufschlägen für den viel umjubelten Satz- und Matchgewinn.“Wir haben heute ein super Spiel gegen den Favoriten gezeigt und uns in der Tabelle in eine optimale gebracht. Wir glauben fest an unseren Aufstiegstraum.“ zeigte sich Germersheims Nadine Höppchen hochzufrieden.