Aus der Not eine Tugend machen

Wenn Stammspieler ein Team verlassen, dann ist das für die Mannschaft desöfteren mit Einschnitten verbunden und man kann schnell in einen Sog nach unten geraten. Genau das wollen die Germersheimer Oberliga-Volleyballer aber verhindern und aus der Not eine Tugend machen, denn jedem neuen Anfang wohnt bekanntermaßen oft ein Zauber inne. Die verbliebenen erfahrenen Spieler werden die Jugend verstärkt einbinden und sich bietende Chancen nutzen.

Mit John Weickert (Libero; Wechsel zur SG Südpfalz), Dominik Adam (Diagonalangreifer; tritt gesundheitlich bedingt kürzer und spielt evtl. nur noch Mixed) und Florian Meyerer (hört aus privaten Gründen auf) verlassen 3 Stammspieler der letzten Jahre das Team. Dem gegenüber stehen die Neuzugänge Timo Klenz (TSG Neustadt; Libero), Daniel Müller-Kästner (TV Bad Salzig; Außen-Annahme/Diagonalangriff) sowie Nils Weber (Zuspiel)und Simon Hoffmann im Mittelblock (beide Tus Heiligenstein) gegenüber. Hoffmann und Weber werden als Mitglieder des Landeskaders (Jahrgang 2000/01) ein Doppelspielrecht erhalten und dürfen somit für ihren Heimatverein und für Germersheim an den Start gehen. Damit sind sie Teil der neuen Zusammenarbeit beider Vereine, die die Jugend an höherklassiges Niveau heranführen und sie dort etablieren soll. Mit den Germersheimern Simon Röhrich (Universal) – ebenfalls Mitglied des Landeskaders – und Kevin Peter (Libero) werden Eigengewächse ebenfalls an die Oberliga herangeführt.
Ähnlich wie bei den Oberliga-Damen sollen erfahrene Spieler die jungen Talente führen und fordern sowie die notwendige Sicherheit geben.

Das Team hat die Sommerferien zum Kraftaufbau aber auch zur Verbesserung von Kondition und Technik genutzt. Nachdem die Ballarbeit in der Saisonvorbereitung verstärkt wurde, wurde auch schnell festgelegt, wer in der Saison welche Position auf dem Spielfeld spielen soll und kann. Die Fäden wird dabei Dominik Betsch ziehen, der nun als Hauptzuspieler agieren wird.
Auch wenn Kevin Peter aufgrund einer Verletzung, die er sich zu Beginn der Ferien zuzog, erst verspätet in die Vorbereitung einsteigen konnte, wird er als Libero möglicherweise direkt von Beginn an im Fokus stehen. Der zweite etatmäßige Libero Timo Klenz wird nach aktuellem Stand aufgrund einer anstehenden Knie-OP nach einem Arbeitsunfall wohl erst zur Rückrunde voll angreifen können. Aber auch hier gilt wieder das Motto „Aus der Not eine Tugend machen“.

Mit dem z.Zt. 11 Mann starken Kader wurden bei Vorbereitungsturnieren diverse taktische Möglichkeiten getestet. So konnten sich auch die jüngsten Spieler bereits gut an ein schnelleres Spieltempo gewöhnen. Trainerin Karin Träber war mit den hier gezeigten Leistungen durchaus zufrieden. Sie wird in der kommenden Saison auch für mehr Konstanz auf der Trainerbank sorgen können. Nach der Doppelfunktion als Trainerin der Damen 1 und Herren 1 in der vergangenen Saison wird sie sich nun komplett auf die Herren konzentrieren. Nachdem sie bei den Damen eine Ära geprägt hat mit der Entwicklung des Teams von der Pfalzliga bis in die Oberliga, würde man sicherlich schon zufrieden sein, wenn sich die Herren mittel- bis langfristig unter ihrer Regie in der Oberliga etablieren.
Dass die Saison nach den Abgängen erfahrener Stammspieler kein Zuckerschlecken wird, dessen ist sich Träber bewusst: „Es wird schwer die Lücken auf den wichtigen Zuspiel- und Liberopositionen innerhalb einer Saison aufzufangen, weshalb ich den Klassenerhalt als erstes Saisonziel ansehe. Sicherlich werden unsere jungen Spieler zahlreiche Gelegenheiten bekommen, sich zu präsentieren.“

Die Germersheimer Fans können das neue Tem erstmals am 24.09.2016 um 17 Uhr in der Sporthalle des Goethe-Gymnasiums unterstützen. Zum Saisonbeginn wird dann der TV Saarwellingen zu Gast sein.

Der Kader im Einzelnen:

Zuspiel: Dominik Betsch, Nils Weber
Mittelblock: Christoph Wanner, Simon Hoffmann, Michael Hacker (im Laufe der Saison)
Außen-Annahme: Nicolay Peng, Arthur Eisen
Außen-Annahme/Diagonal: Daniel Müller-Kästner, Dominik Kuhn
Universal: Simon Röhrich
Libero: Kevin Peter, Timo Klenz