Ein nervenaufreibendes Wochenende mit einigen Ärgernissen

Es hätte auch besser laufen können an diesem Wochenende. Während die Oberliga-Teams am Ende mit strittigen Schiedsrichterentscheidungen bei ihren Niederlagen zu kämpfen hatten, boten die Herren 3 bei ihrem Sieg viel Nervenpotential.

Von der Verliererseite fast noch auf die Siegerstraße

Eine ausgeglichene Punktebilanz (102:102) und doch äußerst knapp verloren – so lässt sich die 2:3-Niederlage (22:25, 17:25, 25:22, 25:15, 13:15) der Germersheimer Oberliga-Volleyballerinnen beim TV Rohrbach zusammenfassen. Am Ende entschied eine äußerst unglückliche Schiedsrichterentscheidung die tolle Aufholjagd der Gäste zu Gunsten der Saarländerinnen.

Zwei Sätze lang war nahm das Match seinen wohl zu erwartenden Lauf. Rohrbach spielte seine Stärken gekonnt aus und profitierte in Durchgang eins von zu vielen Eigenfehlern und fehlender Konsequenz auf Germersheimer Seite. Die Steigerung gegen Satzende kam zu spät, um noch etwas drehen zu können. Der 2. Satz war geprägt von starken Rohrbacher Aufschlägen, die den Germersheimer Annahmeriegel immer wieder vor Probleme stellten. Die Annahmen kamen zu oft ungenau und nicht nah genug ans Netz. So blieb oft nur der Weg über die Außenangreiferinnen, die mit vielen Notbällen aber nicht den gewünschten Druck auf den Gegner erzeugen konnten. Trainer Hollstein musste sein Team nach 0:2-Rückstand also umso mehr motivieren, um nicht gänzlich unterzugehen. Taktisch stellte er dazu Carina Barent von der Diagonal- auf die Außen-/Annahmeposition. Dies verlieh dem Team mehr Stabilität in der Annahme und auch mehr Effizienz im Angriff. Aber trotzdem blieb Rohrbach am Drücker und war bei einer 20:15-Führung auf dem Weg zu einem klaren 3:0-Erfolg. Doch dann stellte Melanie Vake mit einer Aufschlagserie den Satz- und Spielverlauf auf den Kopf. Damit gab sie sich und dem Team den Glauben an die eigene Stärke zurück. Nach dem überraschenden Anschluss zum 1:2 setzte dann wohl in den Köpfen der Rohrbacher Spielerinnen die Nervosität ein. Die Gastgeberinnen produzierten unerwartet viele Eigenfehler während „Hollsteins Seven“ mit starken Aufschlägen, deutlich besserer Abwehr und vor allem vielen Punkten von Carina Barent davonzog. Was keiner mehr für möglich gehalten hatte, trat dann doch noch ein, der Tie-Break musste entscheiden. Den Schwung nahm Germersheim mit in Satz 5 und begann druckvoll. Nach kurzem Durchhänger kämpfte man sich wieder an Rohrbach heran und stand kurz vor dem Erfolg. Am Ende entschied dann leider eine äußerst umstrittene Schiedsrichterentscheidung, die im Widerspruch zur im Spielverlauf gezeigten Linie stand, das gesamte Spiel. In einem Spiel, in dem sicherlich beide Teams den Sieg verdient hätten, war das ein eher unwürdiges Ende, das den Leistungen beider Teams nicht gerecht wird.

Trainer Hollstein zollte seinem Team aber auch dem Gegner danach Respekt: „Es ist toll, wie wir uns aus einem fast aussichtslosen Rückstand noch zurück ins Spiel gekämpft haben. Mein Team hätte heute einen Punkt mehr verdient. Schade, dass das Spiel bei 14:13 im Tie-Break durch eine unglückliche Schiedsrichterentscheidung entschieden wurde. Ausdrücklich bedanken möchte ich noch beim TV Rohrbach, der unserem Wunsch um Beginnverlegung vorbildlich nachgekommen ist.“

Völlig anders gelaufen als geplant

Enttäuschte Gesichter gab es bei Germersheims Oberliga-Volleyballerin nach der unnötigen 1:3-Niederlage (25:19, 26:28, 13:15, 27:29) beim direkten Konkurrenten TV Saarwellingen. Das Team ließ über weite Strecken die gewohnten Fähigkeiten vermissen.

Vielleicht kündigte sich das Unheil schon damit, dass man mit etwas Verspätung in der Halle war, weil manch einem die Raucher-/Tankstellenpause unterwegs extrem wichtig war. Trotzdem schienen die Spieler von Trainerin Karin Träber sich davon zuerst nicht beeindrucken zu lassen. Schließlich hatte man sich ja vorgenommen, einen möglichst glatten Sieg einzufahren und damit den direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt weiter zu distanzieren. Im 1. Satz wurde man dem gesteckten Ziel auch noch gerecht, auch wenn die Gastgeber mit gekonnten Lobs immer wieder punkten konnten. Trotzdem war es die erhoffte Führung für Germersheim, die dem Team Stabilität verleihen sollte. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Saarwellingen legte los wie die Feuerwehr und führte zu Beginn des 2. Satzes 8:1. Ein völlig komischer Verlauf ereignete sich danach, denn Germersheim führte nach Aufschlagserien von Dominik Kuhn und Daniel Müller-Kästner mit 14:9. Kapitän Betsch sah im Nachhinein hier den Knacks für das eigene Spiel: „Wir haben den Rückstand toll aufgeholt und klar geführt, aber anscheinend war das für das gesamte Team heute nicht mal annähernd genug Motivation“ gab er sich sichtlich enttäuscht. Bis zum 18:18 gab es dann ein ausgeglichenes Spiel. Germersheims Einbruch begann in dieser Phase bereits, denn Saarwellingen zog auf 24:20 davon. Auch wenn Kapitän Betsch selbst nochmal dür den Ausgleich sorgen konnte, musste man am Ende den Satzausgleich hinnehmen. Trotzdem redete man sich immer noch ein, das Spiel 3:1 gewinnen zu können. Aber wenn der Körper nicht das macht, was der Kopf will, dann hat das im Volleyball nun mal Konsequenzen. Völlig motivationslos und mit äußerst negativer Körpersprache präsentierte man sich dem Gegner als leichtes Opfer. Umstrittene Schiedsrichterentscheidungen auf beiden Seiten, die im gesamten Spiel eine klare Linie vermissen, verunsicherten das Team mehr und mehr und ließen es im 3. Satz völlig einbrechen. Damit war die Marschrichtung vor Satz 4 klar, man wollte unbedingt noch in den Tie-Break. Aber selbst eine 4-Punkte-Führung im Satzverlauf brachte nicht das notwendige Selbstbewusstsein. Nach Abwehr einiger Matchbälle hatte man auch noch einen Satzball, der aber nicht genutzt werden konnte. Saarwellingen war an diesem Tag einfach die mental stärkere Mannschaft und nutzte die Germersheimer Schwächen im Spielaufbau konsequent aus. Nun trennt beide Teams nur noch 1 Punkt in der Tabelle. Auch der TV Walpershofen liegt nur 1 Punkt vor Germersheim. Man darf also von einem spannenden Abstiegskampf ausgehen.

Des Trainers Nerven strapaziert.

Es hätte auch ein 3:0 werden können, ja vielleicht sogar müssen. Am Ende siegten die Herren 3 gegen die SG Speyer/Haßloch V mit 3:2 (25:20, 26:24, 16:25, 24:26, 15:6) und strapazierten dabei die Nerven ihres Trainers Dominik Betsch mehr als ihm lieb war.

Auf die niedrige Halle konnte man sich von Beginn an gut einstellen und begann konzentriert. Mit guten Aufschlägen und beweglicher Abwehr zog man den Gastgebern den Zahn. Mit der 1:0-Führung im Rücken lief es aber nicht unbedingt leichter. Annahmeprobleme führten schnell zu einem 5-Punkte-Rückstand. Beim Stand von 19:24 war die Messe dann eigentlich gelesen. Doch es schlug die Stunde von Simon Röhrich, der mit einer Aufschlagserie den Satz fast im Alleingang drehte. Maximilan Heinrich versenkte den Satzball dann mit einem perfekten Angriff im gegnerischen Feld. Spielerisch und auch körperlich überlegen hätte man jetzt eigentlich einen 3:0-Erfolg einfahren müssen, doch es lief fast nichts zusammen. Keine funktionierende Annahme, ein löchriger Block und fehlender Angriffsdruck führten zu einem klaren Satzverlust. Nach ausgeglichenem Beginn in Satz 4 sorgte Maximilian Heinrich mit einer Aufschlagserie für eine beruhigende 6-Punkte-Führung. Diese war wohl zu beruhigend, vielleicht auch etwas einschläfernd, denn die Gastgeber kämpften sich wieder heran, wehrten einen Matchball ab und machten mit einem Ass und einem Angriffspunkt den Satzausgleich perfekt. Trainer Betsch war in der Satzpause sichtlich erzürnt und machte seinen Jungs eine mehr als nur deutliche Ansprache. Diese zeigte die gewünschte Wirkung. Florian Schaile sorgte mit 5 Blocks in Folge für eine beruhigende Führung beim Seitenwechsel im Tie-Break. Tobias Weber baute diese mit einer Aufschlagserie weiter aus. Dominik Schelter mit Ass nach Sprungaufschlag sowie erneut Schaile im Block machten dann endgültig den Sack zu. Trainer Betsch zeigte sich danach mit gemischten Gefühlen:“Eigentlich war die Leistung insgesamt in Ordnung, aber mit den leider üblichen Hängern wollten die Jungs wohl auch heute wieder meine Nerven strapazieren. Unter normalen Umständen hätten wir das Spiel 3:0 heimschaukeln müssen.“ Nun steht den Spielern noch ein abschließendes Spiel gegen Heiligenstein bevor.

Weiteres Ergebnis:

SG Speyer/Haßloch II – Herren 2 3:0