Das Volleyballwunder von Germersheim

Zwei Sätze lang passierte das nicht gewollte und alles sah nach einer Niederlage aus. Am Ende geschah für Germersheims 2. Damenmannschaft aber doch noch das Volleyballwunder. Mit dem 3:2-Sieg (25:27,. 12:25, 25:10, 25:9, 15:8) gegen den TuS Olsbrücken hat das Team damit das Vorrecht auf einen frei werdenden Platz in der Bezirksliga Pfalz.

Trainer Arthur Eisen hatte sein Team auf das alles entscheidende Spiel gut eingestellt. Druckvoll und konzentriert setzte man die Gäste unter Druck. Auch die zahlreich mit dem Bus angereisten Gästefans brachten die Hausherrinnen nicht aus dem Konzept. Ein kleiner Einbruch nach 8:4-Führung wurde schnell ausgebügelt und nach dem 14:14-Ausgleich in eine 18:15-Führung ausgebaut. Alles schien in auf einen souveränen Satzerfolg hinzudeuten. Doch wie das Kaninchen vor der Schlange erstarrt, so brach auch das Germersheimer Spiel ein. Ein Satzball konnte nicht genutzt werden während Olsbrücken den Schwung der Aufholjagd nutzte und seinerseits den 2. Satzball verwandelte. Der unnötige Satzverlust schien sich bei den Spielerinnen im Kopf festgesetzt zu haben. Der 2. Durchgang war spielerisch und motivationstechnisch eine ziemliche Katastrophe. Es lief kaum noch etwas zusammen in Abwehr und Angriff. Olsbrücken hatte leichtes Spiel und holte sich über 8:1- und 14:3-Zwischenstände die souveräne 2:0-Satzführung. Auf Germersheimer Seite hingen die Köpfe beim Seitenwechsel und die Gästefans feierten schon im Angesicht des sicher geglaubten Erfolges. Aber manchmal kommt es 1. anders und 2. als man denkt. Trainer Arthur Eisen hatte in seiner Ansprache wohl die richtige Zaubertrankmixtur gefunden. Sein Team war in Satz 3 wie ausgewechselt. Die Spielerinnen setzten die Vorgaben endlich um und fanden immer wieder Lücken im gegnerischen Defensivverbund. Arlinda Dakaj glänzte mit starken Angriffen und fintenreichen Lobs während Edita Kuqi mit einer tollen Aufschlagserie für viele Punkte sorgte. Beim Stande von 14:5 servierte Aleyna Yilmaz eine 7-Punkte-Serie, die den Gästen den ersten Knacks im Spielverlauf versetzte. Isabela Sivenkov erledigte mit ihren Angriffen über die Mitte den Rest. Nun war auch beim Team und bei den Fans die Stimmung wieder auf dem Höhepunkt. Man hatte sich jetzt wohl auch in den Köpfen der Gegner festgesetzt. Was dann zu Beginn des 4. Satzes geschah, gab Olsbrücken wohl den Rest. Sarah Höppchen servierte eine 12-Punkte-Serie ehe der Gegner den ersten Punkt machen konnte. Über 17:4 und 21:7 spielten sich „TeamToine“ (Spitzname des Teams) in den Tie-Break und in einen emotionalen Rausch. Aus einer stabilen Abwehr heraus konnte Zuspielerin Nadine Höppchen nun immer wieder ein variables Angriffsspiel aufziehen. Mit einer 6:1-Startserie untermauerte man den Siegeswillen und ließ sich auch nicht mehr von kleineren Leichtsinnsfehlern aus der Ruhe bringen. Nach dem 8:5-Seitenwechsel gelangen den Gästen nur noch 3 Punkte während die Hausherrinnen souverän den Sack zu machten. Nach dem nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg war der Jubel grenzenlos. Nun hofft das Team auf einen frei werdenden Platz in der Bezirksliga. Ein großes Lob haben sich beide Fanlager verdient, die ihre Teams zahlreich unterstützten und für eine tolle Stimmung gesorgt haben.