Wunder geschehen, wir haben‘s gesehen

Für die Germersheimer Volleyballer gab es am Wochenende teilweise unerwartete Ergebnisse, die schon an ein Wunder Grenzen.

 

Mit Rotation zum Sensationssieg

Aus der Not eine Tugend gemacht haben Germersheims Oberliga-Volleyballer am Samstag Abend. Dass dabei ein klarer 3:0-Sieg (25:19, 25:21, 25:18) gegen den Favoriten TuS Gensingen herausspringt, hätte im Vorfeld niemand erwartet, geschweige denn für möglich gehalten.

Trainerin Träber musste das Fehlen von Mittelblocker Christoph Wanner kompensieren und damit auf dieser Position improvisieren, da kein weiterer gelernter Mittelblocker als Ersatz zur Verfügung stand. Diese Aufgabe war knifflig, wurde von Trainerin aber bravourös gelöst und vom Team hervorragend umgesetzt. Träber beorderte Simon Röhrich vom Aussenangriff in die Mitte und ließ Ersatzzuspieler Dominik Betsch ab Ende von Satz 1 im Aussenangriff auflaufen. Für den Notfall stand für die Mitte Patrick Eberwein von den Herren 2 parat, der erst seit kurzem spielberechtigt ist, sich aber schon gut im Verein einbringt.

Die ungewohnte Taktik und die eigentlich klare Underdog-Rolle setzten bei den Germersheimer Spielern ungeahnte Kräfte frei. „Heute haben wir alle eine hohe Motivation gezeigt wie sie noch nie da war“ strahlte ein sichtlich zufriedener Libero Kevin Peter nach dem Spiel. Er organisierte eine stabile Defensive, die ein variables Angriffsspiel ermöglichte. Hinzu kam ein nahezu lückenloses Blockspiel und extrem viel Spaß auf und neben dem Feld. Träbers Forderung, auch nach 2 gewonnenen Sätzen konzentriert zu bleiben, wäre gar nicht nötig gewesen, denn das Team sorgte selbst dafür und ließ nichts anbrennen. Am Ende stand ein völlig unerwarteter, ja sogar sensationeller Sieg zu Buche. Träber zollte ihrem Team nach dem Spiel höchsten Respekt:“Der Sieg war extrem wichtig für die gesamte Moral. Der Mannschaftsgedanke war heute extrem spürbar, egal ob auf der Bank oder auf dem Feld. Simon hat die ungewohnte Aufgabe sehr gut ausgefüllt und Patrick hat von der Bank aus für eine tolle Stimmung gesorgt.“ An so einem Tag ist es aber mühselig einzelne herauszuloben, denn es war ein verdienter Sieg eins motivierten Teams.

Der Jubel der Herren 1 nach dem überraschenden Sieg war groß (Foto: Dominik Betsch)

 

Ein knapper Derbysieg 

Derbys haben meist einen besonderen Charakter. So war es auch wieder beim knappen 3:2-Erfolg (25:22, 25:16, 22:25, 16:25, 15:8) der Germersheimer Landesliga-Damen beim TSV Speyer.

Coach Betsch hätte sein Team gewarnt vor den Gegnerinnen die noch jeden Punkt für den Klassenerhalt benötigen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kamen die Mädels besser ins Spiel und übernahmen die Kontrolle über das Match. Die zu Beginn hohe Quote an Aufschlagfehlern wurde deutlich reduziert.  Diese Konstanz steigerte sich in Satz 2 weiter. In allen Spielelementen war man den Gastgeberinnen überlegen. Betsch‘s Warnung sollte sich aber noch bewahrheiten. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen in Satz 3 kam der Einbruch kurz vor Satzende. Eine schlechte Annahmeleistung, viele Eigenfehler und mangelnde Kommunikation brachten Speyer wieder heran und sogar in den Tie-Break. Germersheim hatte die eineinhalb Sätze dauernde spielerische und mentale Pause aber dann abgelegt. Zu Beginn des Entscheidungssatzes stimmte die Einstellung wieder. Der Siegeswillen war spürbar, nicht zuletzt auch bei der Aufschlagserie von Maike Moors. Zunehmende Eigenfehler beim Gegner ermöglichten am Ende dann doch noch den Derbysieg. Man hätte sich aber sicherlich nicht beschweren dürfen wenn es andersherum geendet hätte. Man kann nur darauf hoffen dass es dieses Derby auch in der kommenden Saison geben wird.

 

Fast belohnt 

Die Herren 3 konnten ihre tolle Aufholjagd bei der knappen 2:3-Niederlage beim VTV Mundenheim nicht ganz krönen. Die in den ersten zwei Sätzen knapp besser spielenden Mundenheimer setzten sich in diesen auch durch, doch das Team wollte nicht einfach aufgeben und gab noch einmal alles. So wurden die Sätze 3 und 4 mit viel Stimmung und Konzentration nach Germersheim geholt. Im fünften Entscheidungssatz sah es für die TSG anfangs sehr gut aus, jedoch brachen sie schlussendlich doch noch ein. Fazit: Gut erkämpter Punkt beim Favorit Mundenheim, doch man hätte sich noch mehr belohnen können.

 

Niederlage und Sieg für Team Toine

Das erste Spiel gegen die SG REHASüdpfalz II wurde trotz anfänglicher guter Leistung 1:3 verloren. Das Team startete im ersten Satz mit einer soliden Leistung, musste jedoch durch eine schwache Annahme den Satz an den Gegner abgeben. Der zweite Satz wurde trotz eines 10:27-Rückstands durch einen starken Kampfgeist und einem guten Spiel unserer Mitte gewonnen, woraufhin die folgenden zwei Sätze aber leider wieder verloren wurden.

Das zweite Spiel gegen den ASV Landau wurde durch eine durchgängig starke Leistung 3:0 gewonnen. Trotz der vorherigen Niederlage konnte sich das Team wieder aufraffen und konsequent drei Sätze für sich entscheiden. Hierbei wurden viele Punkte über starke Außenangriffe erzielt. Alles in Allem war es ein guter Spieltag, wobei im ersten Spiel dennoch mehr drin gewesen wäre.

 

Heimvorteil genutzt

Motivation pur für die Herren 2 gegen den Tabellenersten ASV Landau II. Fünf schwierige und lange Sätze standen beim überraschenden Sieg zu Buche, doch der Ehrgeiz, den Tabellenersten zu besiegen war am Ende sehr groß. Besonders stolz ist das Team, dass es trotz 3 fehlender Stammspieler ein super Spiel zeigen konnte. Die ersten 3 Punkte wurden kampflos gewonnen, da der VC Frankenthal keine Mannschaft stellen konnte.